Pflege finanzieren: Welche Rolle gesetzliche und private Absicherung spielen

Pflege

Mit steigender Lebenserwartung wächst auch die Wahrscheinlichkeit, im Alter oder infolge von Krankheit auf Unterstützung angewiesen zu sein. Dabei geht es nicht nur um die Organisation der Pflege selbst, sondern vor allem um deren Finanzierung. Die gesetzliche Pflegeversicherung bildet zwar eine wichtige Grundlage, reicht in vielen Fällen jedoch nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten zu kennen.

Die gesetzliche Pflegeversicherung als Basisabsicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist wie die gesetzliche Krankenversicherung als Pflichtversicherung ausgestaltet und soll das finanzielle Risiko der Pflegebedürftigkeit abfedern. Ihre Leistungen richten sich nach den fünf Pflegegraden, die den Grad der Selbstständigkeit einer Person bewerten. Je höher der Pflegegrad, desto höher fallen die Leistungen aus. Sie übernimmt jedoch nur einen Teil der real anfallenden Pflegekosten. Unabhängig davon, ob die Pflege zu Hause oder in einer stationären Einrichtung erfolgt, bleibt fast immer ein Eigenanteil bestehen, der von den Pflegebedürftigen oder deren Angehörigen selbst getragen werden muss.

Ambulante oder stationäre Pflege

Ein großer Teil der Pflegebedürftigen in Deutschland wird zu Hause versorgt. Ambulante Pflegedienste spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie entlasten Angehörige und übernehmen pflegerische Aufgaben wie Körperpflege, Medikamentengabe oder Verbandswechsel und unterstützen bei Bedarf auch im Haushalt. Hier erhält man einen Überblick, welche Leistungen zum Beispiel die Pflegeagentur 24 in Essen anbietet und sieht, dass die Unterstützung ganz vielfältig sein kann. Der Vorteil ambulanter Pflege liegt darin, dass Pflegebedürftige in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Dies wirkt sich oft positiv auf das Wohlbefinden aus und ermöglicht ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Die Kosten für ambulante Pflegedienste werden anteilig von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen. Wenn eine Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist, wird häufig ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig. Die stationäre Pflege ist in der Regel deutlich teurer als die ambulante Versorgung. Zwar beteiligt sich die gesetzliche Pflegeversicherung an den Pflegekosten, doch Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten müssen in der Regel selbst bezahlt werden. Der sogenannte Eigenanteil kann mehrere tausend Euro pro Monat betragen. Dieser Betrag ist unabhängig vom Pflegegrad und stellt für viele Betroffene eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Ersparnisse werden schnell aufgebraucht, und nicht selten sind Angehörige gezwungen, finanziell einzuspringen.

Private Pflegeversicherung als Ergänzung

Um diese finanziellen Belastungen abzufedern, entscheiden sich viele Menschen für eine private Pflegeversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Absicherung. Ziel einer privaten Pflegeversicherung ist es, die entstehende Versorgungslücke im Pflegefall zu schließen und mehr finanzielle Planungssicherheit zu schaffen. Je nach Tarif können Leistungen als monatlicher Geldbetrag, als tägliche Zahlung oder als Kostenersatz erfolgen. Dadurch lassen sich Eigenanteile reduzieren und finanzielle Abhängigkeiten von Angehörigen vermeiden. Wichtig ist, dass der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung in der Regel langfristig geplant werden sollte. Beiträge hängen unter anderem vom Eintrittsalter und vom Gesundheitszustand ab. Je früher eine Absicherung erfolgt, desto günstiger sind meist die Konditionen.

Unterstützung durch die Pflegeberatung

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Diese kann über die Pflegekassen, kommunale Stellen oder unabhängige Beratungsstellen erfolgen. Eine qualifizierte Pflegeberatung hilft dabei, den Pflegebedarf richtig einzuschätzen, geeignete Pflegeformen zu finden und Angehörigen das richtige Pflegen zu lehren. Das Fachwissen der Pflegeberater kann aber auch dazu beitragen, die finanzielle Belastung spürbar zu senken. Sie informieren nämlich ebenfalls über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten und Entlastungsbeträge und helfen beim Stellen von Anträgen.

Fazit: Pflegefinanzierung rechtzeitig durchdenken

Pflege ist ein kostenintensives Thema, das durch die gesetzliche Pflegeversicherung allein nur teilweise abgesichert ist. Wer sich frühzeitig mit der Pflegefinanzierung auseinandersetzt und gesetzliche sowie private Absicherung sinnvoll kombiniert, kann die finanzielle Belastung für sich selbst und seine Angehörigen deutlich reduzieren.

 
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